27. Januar 2026 | Bettina Bolsinger-Grau
Totgesagte leben länger
Trends 2026

Diese 3 Rebsorten feiern 2026 ihr fettes Comeback
Hand aufs Herz: Wie oft hast du im letzten Jahr zu einem Chardonnay oder einem Primitivo gegriffen? Klar, die Klassiker sind wie die Lieblings-Jeans – sie passen immer. Aber Abwechslung macht die Würze im Leben. Lass dich doch einfach mal wieder überraschen!
Die Weinwelt ist gerade im absoluten Umbruch. Während alle über Klimawandel und neue Anbautechniken reden, graben junge, wilde Winzer tief in der Geschichte und bringen Rebsorten zurück, die fast schon im Archiv verstaubt wären. Warum? Weil sie Charakter haben, Ecken und Kanten zeigen und verdammt gut mit den heißen Sommern klarkommen.
Hier sind drei Rebsorten, nach denen du auf dem nächsten Wein-Event definitiv Ausschau halten solltest:
Elbling: Der spritzige Urgestein-Vibe
Wenn du denkst, Riesling sei das Nonplusultra an Frische, hast du den Elbling noch nicht auf dem Schirm. Er ist eine der ältesten Rebsorten Europas und war früher fast überall zu finden, bevor er vom Mainstream verdrängt wurde.
- Warum jetzt? Elbling ist die perfekte Antwort auf schwere, alkoholreiche Weine. Er ist leicht, unkompliziert und hat eine knackige Säure, die dich an einem heißen Festival-Tag sofort wiederbelebt.
- Dein Event-Flex: „Der Elbling ist quasi der Indie-Pop unter den Weißweinen – authentisch, ohne viel Schnickschnack und extrem tanzbar.“
Blaufänkisch: Der coole Rebell
Okay, in Österreich war er nie wirklich weg, aber international (und vor allem auf coolen Urban-Wine-Events) wird der Blaufränkische gerade als der „neue heiße Scheiß“ gefeiert.
- Der Geschmack: Stell dir eine Mischung aus dunklen Beeren, einer Prise Pfeffer und einer straffen Struktur vor. Er ist kein „Schmeichler“, der dich sofort umarmt, sondern ein Wein, mit dem man sich unterhalten will.
- Warum er trendet: Er spiegelt das Terroir – also den Boden, auf dem er wächst – so präzise wider wie kaum ein anderer Roter.
Und was noch herrlich interessant daran ist: Der Blaufränkische ist die gleiche Traube wie der Schwaben liebster Lemberger. Und auch hier findet analog ein Umdenken in der Weinherstellung dieser alten Rebe statt. Das alte „Viertele“ mutiert zu neuen trendigen Genüssen im Glas.
Silvaner: Das verstaubte Image ist Geschichte
Lange Zeit galt Silvaner als der „Altherren-Wein“ aus der Bocksbeutelflasche. Gähn. Aber stopp! Eine neue Generation von Winzern zeigt gerade, dass Silvaner auch „Sexy & Wild“ kann.
- Das Besondere: Er ist ein echter Teamplayer zum Essen. Ob Spargel, asiatische Küche oder einfach nur ein Brett voller Käse – Silvaner passt sich an, ohne seine Persönlichkeit zu verlieren.
- Achte auf: „Alte Reben“. Wenn das auf dem Etikett steht, erwartet dich eine Konzentration und Mineralität, die dich aus den Socken haut.
Da wir Youngtimer auf die Besonderheiten im Wein-Business stehen, probieren auch wir diese Weine wieder und bringen sie zu den nächsten Wein-Events mit – wenn’s ins Thema passt – versprochen!